Donnerstag, 23. Mai 2013

Ende der Reise- Ein kurzer Rückblick


Rückblick und Fazit

Die Reise hat uns unglaublich bereichert. Die tollen Erlebnisse zwischen Pazifik- und Karibikküste stellen die wenigen unangenehmen Momente und die strapaziösen Busfahrten bei Weitem in den Schatten.

Sicherheit

Wir hatten uns im Vorfeld gründlich informiert, was den Sicherheitsaspekt betrifft- gerade des Kindes wegen. Unsere beiden Reiseländer hatten einen verhältnismäßig guten Ruf, und wir wurden nicht enttäuscht. Nie hatten wir das Gefühl, in einer bedrohlichen Situation zu sein. Wir haben natürlich auch berüchtigte Städte wie Managua bewusst gemieden und waren selten bis spät nachts draußen unterwegs, aber selbst abends nach Einbruch der Dunkelheit war das Straßenleben zumeist angenehm entspannt und die Gefahr, beklaut zu werden, erschien uns geringer als etwa in Barcelona.

Der Aspekt "Baby"

Insgesamt gelang die Reise mit unserem ca. 12 Monate jungen Baby erstaunlich gut. Wir hatten keinen Kinderwagen dabei, sondern vielmehr einen Tragerucksack (Deuter Kid Comfort III), der uns und der Kleinen stets gute Dienste leistete. Bei den Zuständen von Straßen und Fußwegen wäre ein Kinderwagen auch eher hinderlich gewesen.
In Bezug auf den Reisekomfort mit Kind liegen Welten zwischen den beiden Ländern. Während es in Costa Rica in fast jedem Restaurant ein Kinderstühlchen gibt und die Busse selten überfüllt sind, muss man in Nicaragua meist ohne Wickeltisch auskommen und sich fast immer in überfüllte Busse quetschen.
In beiden Ländern waren die Menschen sehr kinderlieb, in Nicaragua erlebten wir fast euphorische Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft. Ein abenteuerlustiges Kind wird sich in beiden Ländern wohl fühlen. =)
Lediglich einmal hätten wir uns die Segnungen der westlichen Zivilisation gewünscht: Als es Tilia in Nicaragua aufgrund einer Magen-Darm-Geschichte schlecht ging, hätten wir gern den Rat eines Arztes hinzugezogen. Dieser war dato jedoch eine stressige Pick-Up-Stunde entfernt und wir verzichteten auf den nervenaufreibenden nächtlichen Trip ins entfernte Krankenhaus. Ein Krankenwagen auf Bestellung, der 10 Minuten nach dem Anruf der besorgten Eltern eintrifft- das gibt es höchstens in der Hauptstadt Nicaraguas.

Top Reiseziele für Backpacker

Costa Rica

  1. Cahuita: Der einzige kostenlose Nationalpark Costa Ricas lockt mit kilometerlangen wild-romantischen Karibikstränden
  2. Tortuguero: Zwischen schwarzen Stränden und einem verzweigten netz kleiner Flüsse wartet ein ursprüngliches Naturerlebnis im Regenwald.
  3. Monteverde: Den umliegenden üppigen Nebelwälder und dem angenehm kühlen Klima hat dieser Ort seine Beliebtheit zu verdanken. 
  4. La Fortuna- Vulkan Arenal: Der Ort selbst ist weniger von Interesse, vielmehr erreicht man von hier aus einen tollen Wasserfall (1h Wanderung oder trampen) 

Nicaragua

  1. Little Corn Island: Weiße Strände, Korallenriffe, Kokospalmen- Mehr Karibik geht nicht. 
  2. Isla de Ometepe: Ob Entspannung am langen Süßwasserstrand oder eine herausfordernde Trekkingtour auf einen aktiven Vulkan- diese Insel ist völlig zurecht die Perle Nicaraguas
  3. Selva Negra: Die Kaffee-Finca im nördlichen Hochland ist ein entspannter und angenehm kühler Ausgangspunkt für kurze und mittellange Nebelwaldwanderungen.


Reisekosten

Oft werden wir gefragt, wie man (insbesondere als Student_in) eine solche Reise finanziert. Hier eine ungefähre Zusammenstellung der Ausgaben von uns allen für 8 Wochen Reise:












Da wir insbesondere in Puncto Übernachtungen sehr sparsam waren und fast immer am unteren Ende der Fahnenstange logierten (pro Nacht im Mittel 13 € in Nicaragua und 17 € in Costa Rica für 2 Personen, Baby kostenlos), war dieser Posten nicht teurer als unsere Wohnung in Dresden, die wir während der Reise untervermietet hatten.

Für das Essen gaben wir ca. 50 € pro Person und Woche aus- angesichts der vielen Restaurantbesuche hätten wir beim gleichen Lebensstil in der Heimat ebensoviel hinlegen müssen.

Es bleibt also eine reisebedingte Summe von ca. 1400 € für einen Erwachsenen stehen, wobei der Flug allein mit 800 € mit Abstand den größten Anteil ausmacht. Ein Argument mehr, viel Zeit für eine Reise einzuplanen.

Bei Fragen einfach die Kommentar-Funktion nutzen. Wir werden versuchen, eure Anliegen zu beantworten.





Sonntag, 19. Mai 2013

Tag 54-59: Turrialba und Orosi- Wilde und stille Wasser


In den letzten Tagen unserer Reise nähern wir uns langsam der Hauptstadt San José und machen dabei Station am berüchtigten Wildwasserfluss "Rio Pacuare" und im Valle Orosi, einem üppigen Tal zwischen immergrünen Bergwäldern.




Wenngleich die Freikirche in Turrialba eher an einen Raketenbunker erinnert, so muss man den Erbauern doch ihre architektonische Experimentierfreude zugute halten. Wer weiß heute schon, was in einigen Jahrhunderten als ästhetisch gilt? Dieses Monstrum aus Beton ist zumindest erdbebensicher und wird die Epochen überdauern!



Die Stadt gilt als Tor zum nahegelegenen Wildwasserfluss von Weltklasse. Der Rio Pacuare stürzt sich in atemberaubenden Stromschnellen von der bergigen "Cordillera Talamanca" bis hinab ins tropisch-karibische Tiefland. Klar, dass diese actiongeladene Perle auf unserer Reise nicht fehlen darf!



Vorbei an Wasserfällen- erfrischendes Wasser gibts von oben und unten! Während der Mittagspause wird das Schlauchboot einfach umgedreht und es gibt Wraps in allen Variationen.












Mal geht es gemütlich durch steile Täler mit üppiger vegtetation, dann folgt wieder eine Passage mit schäumenden Wasserfluten. Festhalten bitte!






Nach nur einer Nacht in Turrialba verabschieden wir uns und fahren ins nahegelegene malerische Tal "Valle Orosi". Im gleichnamigen Ort verbringen wir entspannte Tage im angenehm frischen Klima mit Radfahren, Baden und Wandern.


Klar, dass wir bei unserer Radtour jeden noch so steilen Schotterweg in Kauf nehmen, um für ein kühles Bad an den Stausee zu gelangen.





Eine Kirchenruine aus den ersten Jahren dem 16. Jahrhundert gereicht uns als Anlass, Pausenort und Ziel der Radtour


Anderntags führte uns eine phantastische Tour hinauf zur beschaulichen Kaffeeplantage von Nino...


Nino ist ein einheimisches Original, der fast im Geiste eines Einsiedlers eine abgelegene kleine Plantage bewirtschaftet. Auf knapp 4 Hektar Land wachsen Kaffeepflanzen im Schatten von selbst angepflanzten Bananenstauden.


Noch vor seiner eigentlichen Tätigkeit als Kaffeebauer ist Ninos eigentliche Passion, abenteuerlustige Backpacker auf seiner bescheidenen Holzhütte zu empfangen. Für wenige Dollar gibt es bei ihm eine amüsante, herzliche und wahnsinnig spannende Tour durch die liebevoll angelegte Farm.
Aufhänger der Tour, die nach wie vor als beliebter Geheimtipp bezeichnet werden kann, ist der Besuch eines Wasserfalls. Dies ist sehr passend- denn genau so plaudert der kautzige Emerit.
Nach unserer Ankunft wird nach einem herzlichen Hallo zunächst der Ofen angeheizt und Kaffee aufgebrüht. Während die Bananen im Fett frittiert werden, zeigt er uns stolz das Gästebuch, welches denn Besuch von tausenden Touristen aus allen Kontinenten dokumentiert. Unzählige Postkarten von begeisterten besuchern stecken zwischen den Seiten und beweisen damit: Dieser Besuch ist ein Erlebnis der ganz besonderen Art.





Der letzte Tag im Valle Orosi steht ganz im Zeichen des Wassers. Zunächst besuchen wir eine (im wahrsten Sinne des Wortes) mitreißende Badestelle an einem kühlen Bergfluss. Die Strömung und insbesondere die Wasserwalzen nach jedem kleinen Wasserfall sind nicht zu unterschätzen- was Juli leider zu spüren bekam...


Ein Sprung ins kühle, schäumende Wasser war dennoch Pflicht- und an der richtigen Stelle durchaus ungefährlich. Aber immer mit den Füßen voraus. =)


Doch der eigentliche Hit war wiedereinmal eine heiße Quelle. Direkt am Fluss sprudelt heißes Wasser vulkanischen Ursprungs aus der Erde und formt einen kreisrunden Pool mit perfekt temperiertem Badewasser. Besonders an Wochenenden ist dieser kostenlose Wellnesstempel inmitten der Natur reichlich besucht- aber so kommen wir immerhin in Kontakt mit Einheimischen.


Die porösen Steine am Rand des Beckens dienen uns dazu, eine Peeling-Maske aufzutragen. Unserem Baby wollen wir diese Anwendung natürlich nicht vorenthalten. =)


Die Tage in unserer Unterkunft "Montana Linda Youth Hostal" sind gezählt. Frisch, erholt und mit den allmorgendlich in der Open-Air-Küche zubereiteten Pancakes machen wir uns auf in die Hauptstadt...


In San Jose erheben sich keine Baumkronen über unsere Köpfe, sondern plompe Betontürme dominieren das Bild der Skyline. Trotz des Autolärms und der immer schreienden Straßenhändler hat die Stadt einen gewissen Reiz.


Das Wahrzeichen der Stadt ist ein 1903 aus Belgien importiertes Metallgebäude, welches komplett aus vorgefertigten Eisenteilen zusammengesetzt wurde. Man darf folglich keine Wunder in Puncto Sehenswürdigkeiten erwarten.


Eine grüne Oase ist immerhin der Stadtpark östlich des Zentrums.


Ein rührendes Bild geben diese drei blinden Musiker_innen ab, bei denen jeder mit seinen Mitteln zum akustischen Gesamtkunstwerk beiträgt.



Das war unsere Mittelamerika-Reise. Für Tilia und uns war es eine unbeschreiblich tolle Zeit und wir sind dankbar, dass wir froh, munter und gesund in den Flieger einsteigen und diesen zumindest froh und gesund in Frankfurt wieder verlassen.
          

The End



Mittelamerika-Reise, 10.03.-09.05.2013


Montag, 6. Mai 2013

Tag 50-53: Cahuita- zwischen schwarzen und weißen Traumstränden

Wir ersparen uns den nervenaufreibenden Landweg von Tortuguero ins 120 km südöstlich gelegene Cahuita und nehmen das schnellere und gleichzeitig landschaftlich beglückende Boot bis nach Puerto Limon. Eine gute, wenngleich nicht ganz billige Variante. Aber wir haben unsere Ausrede in Form der kleinen Tilia immer dabei, um diese Investition zugunsten des Reisekomforts zu rechtfertigen. =)



Unterwegs passieren wir kurz vor Puerto Limon eine vor sich hin rostende Eisenbahnbrücke. Ab dem Jahre 1871 von jamaikanischen Arbeitern errichtet, wurde sie nach dem Erdbeben 1992 nie wieder in Betrieb genommen. Heute ist die Trasse bestenfalls ein ausgefallener Wanderweg.


In Cahuita angekommen, finden wir ein beschauliches Karibikstädtcken mit morbidem Charme vor. Cahuitas beste Tage sind vorbei- die surfenden Partygäste feiern nun im 20km entfernten Puerto Viejo. Das kann uns nur recht sein- so haben wir den Strand für uns!


Auch wenn der Karibikstrand vor der Haustür liegt, spricht nichts gegen ein erfrischendes Bad im Schwimmbecken. Tilia planscht vergnügt mit den Kindern unserer Gastgeber.


Der Nationalpark Cahuita ist der einzige des Landes, der ohne die üblichen 10 $ Eintritt zu bewundern ist. Über die Länge einer Tageswanderung führt ein Weg parallel zum Ufer entlang, vorbei an paradiesischen Stränden und Korallenriffen.


Mit Kind hat man endlich ein Alibi, wenn man auch als Erwachsener liebend gern Sandburgen baut. =)






Tilia trotzt den Wellen...


... und lernt ganz neue Blickwinkel kennen! =)





Die Reste unserer Ananas rufen diesen abenteuerlustigen Kapuzineraffen auf den Plan. In seiner Gegenwart heißt es: Alle Frückte gut verpackt ganz tief im Rucksack aufbewahren.


Direkt am Strand und in unmittelbarer Nähe des Korallenriffes liegt dieser trübe Schandfleck aus dem Jahre 1910. Zum Glück blieb die Probebohrung nach Erdöl ohne Erfolg. Fazit: Schon vor 100 Jahren hatte der Mensch nur wenig Respekt vor der Natur, wenn es um Profit und die Ausbeutung von Bodenschätzen geht.





Ursprüngliches Karibikflair, wie es nur die unverschämtesten Reisekataloge zu präsentieren wagen. Und weit und breit keine Menschenseele.









Als wir zur Feier des Tages eine Kokosnuss öffnen, rottet sich die Affenbande abermals zusammen. Die niedlichen Tierchen werden zu fauchenden Bestien und wir ergreifen die Flucht- aber die Kokosnuss, die lassen wir uns nicht klauen!


Stattdessen geben wir diesem taffen Kollegen bereitwillig ein wohlverdientes Stückchen ab, nachdem er uns eine halbe Ewigkeit lang verfolgt hat.


Der zerklüftete Strand ist übersäht mit angespülten Bruchstücken des Korallenriffes. In unmittelbarer Nähe zum Ufer liegen tolle Schnorchelgründe. Es ist jedoch leider leider verboten, das Riff vom Strand aus zu beschnorcheln, denn dann würde man ja keine überteuerte Bootstour mehr buchen müssen.
Für Costa-Rica-Reisende der Tipp: Verboten ist nur, was vom Ranger bemerkt wird. Leider kooperieren die Ausflugsboote mit dem Nationalparkpersonal und melden schnorchelnde Querulanten an die Ranger. Sparfüchse halten die Augen auf und gehen stürzen sich nur in die Fluten, wenn weder Boot noch Parkwächter in Sicht sind. Dass dabei weder Seeigel noch Korallen belästigt oder berührt werden, versteht sich natürlich von selbst. Es ist eines der letzten lebendigen Riffe Costa Ricas. Die vielen Plantagen führen zu einer übermäßigen Bodenerosion, durch die starken Regenfälle werden Sedimente und Pestizide ausgewaschen, welche die vorgelagerten Korallenriffe zu ersticken drohen. Bananenplantagen sind dabei die traurigen Spitzenreiter, was den Eintrag von hochgiftigen Agrochemikalien anbelangt. Mit dem Kauf von Bio-Bananen tut man nicht nur seiner Gesundheit einen Gefallen, sondern auch den Lebewesen des Riffs, nicht zu vergessen den Farmern.



Good Bye, liebe Karibik! Es war einmalig schön!


Tag 46-49: Tortuguero- im Regenwald zwischen Süß- und Salzwasser


Es geht nach Osten- in Richtung Küste! Die öffentliche Bus- bzw. Bootsverbindung zwischen La Fortuna und dem idyllischen Tortuguero ist die schlechteste des Landes. Ganze fünf mal müssen wir umsteigen, und trotz des morgendlichen Aufbruches schaffen wir es nicht, die Distanz von 140 km an einem Tag zu meistern- wir bleiben in Cariari kurz vorm Ziel hängen... Doch dann kann endlich das Regenwald-Abenteuer beginnen!



Schon die Anfahrt wird zum Abenteuer: Mit dem Motorboot geht es im Schritttempo den Rio Tortuguero hinunter. Der Fluss hat jetzt zum Ende der Trockenzeit extremes Niedrigwasser und mehr als einmal bleiben wir auf einer Sandbank hängen. Umso mehr Zeit bleibt uns, die üppige Natur zu bewundern.


Uns wird ein herzlicher Empfang bereitet. Bis vor 50 Jahren lebten die Menschen hier vom Schildkrötenfang. Heute genießen die seltenen Meeresbewohner den Schutz, den der Nationalpark und diverse Naturschutzorganisationen ihnen bietet. Im boomenden Touristenland Costa Rica ist eine lebende Schildkröte mehr wert als eine Erlegte.


Tortuguero ist umgeben von Süß- und Salzwasser und ausschließlich mit dem Boot erreichbar. Kein Wunder also, das hier und da imposante Relikte größerer Schiffe vor sich hin rosten.







Wir beziehen Quartier in einer hübschen, aber bescheidenen Unterkunft mit Strand- und Poolblick. Die Zimmer sind nur bedingt Moskitogeschützt, und wehe wehe, wenn eine liegengelassene offene Packung Kekse den Ameisen zum Festmahl wird!



Der schwarze Strand vulkanischen Ursprungs wird in der tropischen Mittagssonne unglaublich heiß. So buddelt Tilia lieber im Schatten ein Loch. Schildkröteneier haben wir allerdings keine gefunden- zum Glück!


Der Nationalpark Tortuguero ist von kleinen Flüssen und Kanälen durchzogen und damit prädestiniert für eine Bootstour. Mit unserem Kanu paddeln wir bis in den letzten Winkel des ansonsten undurchdringlichen Regenwaldes vor. Bei einem Jahresniederschlag von 6000 mm ist es nicht verwunderlich, dass wir unterwegs von einem tropischen Regenguss überrascht werden.
Tilia hält unerschrocken nach einem der berüchtigten Flusskrokodilen ausschau.


Mitten im Blättermeer, unsichtbar für das ungeschulte Gringoauge, entdeckt unser Guide einen grünen Drachen im Geäst.


Dieser Blaureiher, der erst mit zunehmendem Alter seine namensgebende Farbe annehmen wird, ist auch für uns leicht zu erkennen.


Hier bleiben Hände und Füße besser innerhalb des Bootes: am Ufer lauert ein Kaiman auf unvorsichtige Blaureiher und Babyhände.


Wie eine grüne Wand präsentiert sich uns der prächtige Regenwald. Mit unsichtbarer Hand waltet und regiert Mutter Natur und bewahrt das Gleichgewicht besser als der Mensch es könnte.


Auf unserer anschließenden Wanderung auf dem schmalen Landstreifen zwischen der Süßwasserlagune und dem karibischen Meer begegnen wir unzähligen Echsen und Krebsen.





Abends zum Sonnenuntergang fahren wir nochmals mit dem Kanu hinaus auf die Lagune.


Tilia hat schon eine scharfen Blick fürs Wesentliche entwickelt. Dies ist in diesem Falle allerdings weniger der fantastische Sonnenuntergang, sondern mehr die verführerische Frucht!





Hier hat nicht etwa eine eierlegende Schildkröte ihre Spuren im Sand hinterlassen, sondern unser aktives Baby!
Hier in der Region sind sage und schreibe vier der acht weltweit existierenden Meeresschildkröten heimisch. Zur Zeit kommen jede Nacht etwa 10 riesige Lederschildkröten am über 20km langen Küstenabschnitt des Nationalparkes zur Eiablage an Land. Es gehört also etwas Glück dazu, im Rahmen einer nächtlichen Tour diese magische Begegnung zu erleben. Ab 18 Uhr ist der Strand zum Schutz der Meeresbewohner für die öffentlichkeit gesperrt, denn die vom aussterben bedrohten Tiere sind extrem lichtempfindlich. Erst wenn die Lederschildkröte mit der Eiablage begonnen hat, stört sie aufgrund des Hormonfeuerwerkes selbst das Blitzlichtgewitter der Touris nicht die Bohne.


Die Ausmaße der Lederschildkröte sind unfassbar: Auf diesem Bild sind die Seitenknochen des Panzers zu sehen. Exemplare von über 2m Länge und einem Gewicht von 800kg sind keine Seltenheit.
Mit diesen imposanten Naturerlebnissen im Gepäck machen wir uns auf nach Südosten, zu unserer letzten Station an der Karibikküste...