Montag, 6. Mai 2013

Tag 50-53: Cahuita- zwischen schwarzen und weißen Traumstränden

Wir ersparen uns den nervenaufreibenden Landweg von Tortuguero ins 120 km südöstlich gelegene Cahuita und nehmen das schnellere und gleichzeitig landschaftlich beglückende Boot bis nach Puerto Limon. Eine gute, wenngleich nicht ganz billige Variante. Aber wir haben unsere Ausrede in Form der kleinen Tilia immer dabei, um diese Investition zugunsten des Reisekomforts zu rechtfertigen. =)



Unterwegs passieren wir kurz vor Puerto Limon eine vor sich hin rostende Eisenbahnbrücke. Ab dem Jahre 1871 von jamaikanischen Arbeitern errichtet, wurde sie nach dem Erdbeben 1992 nie wieder in Betrieb genommen. Heute ist die Trasse bestenfalls ein ausgefallener Wanderweg.


In Cahuita angekommen, finden wir ein beschauliches Karibikstädtcken mit morbidem Charme vor. Cahuitas beste Tage sind vorbei- die surfenden Partygäste feiern nun im 20km entfernten Puerto Viejo. Das kann uns nur recht sein- so haben wir den Strand für uns!


Auch wenn der Karibikstrand vor der Haustür liegt, spricht nichts gegen ein erfrischendes Bad im Schwimmbecken. Tilia planscht vergnügt mit den Kindern unserer Gastgeber.


Der Nationalpark Cahuita ist der einzige des Landes, der ohne die üblichen 10 $ Eintritt zu bewundern ist. Über die Länge einer Tageswanderung führt ein Weg parallel zum Ufer entlang, vorbei an paradiesischen Stränden und Korallenriffen.


Mit Kind hat man endlich ein Alibi, wenn man auch als Erwachsener liebend gern Sandburgen baut. =)






Tilia trotzt den Wellen...


... und lernt ganz neue Blickwinkel kennen! =)





Die Reste unserer Ananas rufen diesen abenteuerlustigen Kapuzineraffen auf den Plan. In seiner Gegenwart heißt es: Alle Frückte gut verpackt ganz tief im Rucksack aufbewahren.


Direkt am Strand und in unmittelbarer Nähe des Korallenriffes liegt dieser trübe Schandfleck aus dem Jahre 1910. Zum Glück blieb die Probebohrung nach Erdöl ohne Erfolg. Fazit: Schon vor 100 Jahren hatte der Mensch nur wenig Respekt vor der Natur, wenn es um Profit und die Ausbeutung von Bodenschätzen geht.





Ursprüngliches Karibikflair, wie es nur die unverschämtesten Reisekataloge zu präsentieren wagen. Und weit und breit keine Menschenseele.









Als wir zur Feier des Tages eine Kokosnuss öffnen, rottet sich die Affenbande abermals zusammen. Die niedlichen Tierchen werden zu fauchenden Bestien und wir ergreifen die Flucht- aber die Kokosnuss, die lassen wir uns nicht klauen!


Stattdessen geben wir diesem taffen Kollegen bereitwillig ein wohlverdientes Stückchen ab, nachdem er uns eine halbe Ewigkeit lang verfolgt hat.


Der zerklüftete Strand ist übersäht mit angespülten Bruchstücken des Korallenriffes. In unmittelbarer Nähe zum Ufer liegen tolle Schnorchelgründe. Es ist jedoch leider leider verboten, das Riff vom Strand aus zu beschnorcheln, denn dann würde man ja keine überteuerte Bootstour mehr buchen müssen.
Für Costa-Rica-Reisende der Tipp: Verboten ist nur, was vom Ranger bemerkt wird. Leider kooperieren die Ausflugsboote mit dem Nationalparkpersonal und melden schnorchelnde Querulanten an die Ranger. Sparfüchse halten die Augen auf und gehen stürzen sich nur in die Fluten, wenn weder Boot noch Parkwächter in Sicht sind. Dass dabei weder Seeigel noch Korallen belästigt oder berührt werden, versteht sich natürlich von selbst. Es ist eines der letzten lebendigen Riffe Costa Ricas. Die vielen Plantagen führen zu einer übermäßigen Bodenerosion, durch die starken Regenfälle werden Sedimente und Pestizide ausgewaschen, welche die vorgelagerten Korallenriffe zu ersticken drohen. Bananenplantagen sind dabei die traurigen Spitzenreiter, was den Eintrag von hochgiftigen Agrochemikalien anbelangt. Mit dem Kauf von Bio-Bananen tut man nicht nur seiner Gesundheit einen Gefallen, sondern auch den Lebewesen des Riffs, nicht zu vergessen den Farmern.



Good Bye, liebe Karibik! Es war einmalig schön!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen