In den letzten Tagen unserer Reise nähern wir uns langsam der Hauptstadt San José und machen dabei Station am berüchtigten Wildwasserfluss "Rio Pacuare" und im Valle Orosi, einem üppigen Tal zwischen immergrünen Bergwäldern.

Wenngleich die Freikirche in Turrialba eher an einen Raketenbunker erinnert, so muss man den Erbauern doch ihre architektonische Experimentierfreude zugute halten. Wer weiß heute schon, was in einigen Jahrhunderten als ästhetisch gilt? Dieses Monstrum aus Beton ist zumindest erdbebensicher und wird die Epochen überdauern!
Die Stadt gilt als Tor zum nahegelegenen Wildwasserfluss von Weltklasse. Der Rio Pacuare stürzt sich in atemberaubenden Stromschnellen von der bergigen "Cordillera Talamanca" bis hinab ins tropisch-karibische Tiefland. Klar, dass diese actiongeladene Perle auf unserer Reise nicht fehlen darf!
Vorbei an Wasserfällen- erfrischendes Wasser gibts von oben und unten! Während der Mittagspause wird das Schlauchboot einfach umgedreht und es gibt Wraps in allen Variationen.
Mal geht es gemütlich durch steile Täler mit üppiger vegtetation, dann folgt wieder eine Passage mit schäumenden Wasserfluten. Festhalten bitte!
Nach nur einer Nacht in Turrialba verabschieden wir uns und fahren ins nahegelegene malerische Tal "Valle Orosi". Im gleichnamigen Ort verbringen wir entspannte Tage im angenehm frischen Klima mit Radfahren, Baden und Wandern.
Klar, dass wir bei unserer Radtour jeden noch so steilen Schotterweg in Kauf nehmen, um für ein kühles Bad an den Stausee zu gelangen.
Eine Kirchenruine aus den ersten Jahren dem 16. Jahrhundert gereicht uns als Anlass, Pausenort und Ziel der Radtour
Anderntags führte uns eine phantastische Tour hinauf zur beschaulichen Kaffeeplantage von Nino...
Nino ist ein einheimisches Original, der fast im Geiste eines Einsiedlers eine abgelegene kleine Plantage bewirtschaftet. Auf knapp 4 Hektar Land wachsen Kaffeepflanzen im Schatten von selbst angepflanzten Bananenstauden.
Noch vor seiner eigentlichen Tätigkeit als Kaffeebauer ist Ninos eigentliche Passion, abenteuerlustige Backpacker auf seiner bescheidenen Holzhütte zu empfangen. Für wenige Dollar gibt es bei ihm eine amüsante, herzliche und wahnsinnig spannende Tour durch die liebevoll angelegte Farm.
Aufhänger der Tour, die nach wie vor als beliebter Geheimtipp bezeichnet werden kann, ist der Besuch eines Wasserfalls. Dies ist sehr passend- denn genau so plaudert der kautzige Emerit.
Nach unserer Ankunft wird nach einem herzlichen Hallo zunächst der Ofen angeheizt und Kaffee aufgebrüht. Während die Bananen im Fett frittiert werden, zeigt er uns stolz das Gästebuch, welches denn Besuch von tausenden Touristen aus allen Kontinenten dokumentiert. Unzählige Postkarten von begeisterten besuchern stecken zwischen den Seiten und beweisen damit: Dieser Besuch ist ein Erlebnis der ganz besonderen Art.
Der letzte Tag im Valle Orosi steht ganz im Zeichen des Wassers. Zunächst besuchen wir eine (im wahrsten Sinne des Wortes) mitreißende Badestelle an einem kühlen Bergfluss. Die Strömung und insbesondere die Wasserwalzen nach jedem kleinen Wasserfall sind nicht zu unterschätzen- was Juli leider zu spüren bekam...
Ein Sprung ins kühle, schäumende Wasser war dennoch Pflicht- und an der richtigen Stelle durchaus ungefährlich. Aber immer mit den Füßen voraus. =)
Doch der eigentliche Hit war wiedereinmal eine heiße Quelle. Direkt am Fluss sprudelt heißes Wasser vulkanischen Ursprungs aus der Erde und formt einen kreisrunden Pool mit perfekt temperiertem Badewasser. Besonders an Wochenenden ist dieser kostenlose Wellnesstempel inmitten der Natur reichlich besucht- aber so kommen wir immerhin in Kontakt mit Einheimischen.
Die porösen Steine am Rand des Beckens dienen uns dazu, eine Peeling-Maske aufzutragen. Unserem Baby wollen wir diese Anwendung natürlich nicht vorenthalten. =)
Die Tage in unserer Unterkunft "Montana Linda Youth Hostal" sind gezählt. Frisch, erholt und mit den allmorgendlich in der Open-Air-Küche zubereiteten Pancakes machen wir uns auf in die Hauptstadt...
In San Jose erheben sich keine Baumkronen über unsere Köpfe, sondern plompe Betontürme dominieren das Bild der Skyline. Trotz des Autolärms und der immer schreienden Straßenhändler hat die Stadt einen gewissen Reiz.
Das Wahrzeichen der Stadt ist ein 1903 aus Belgien importiertes Metallgebäude, welches komplett aus vorgefertigten Eisenteilen zusammengesetzt wurde. Man darf folglich keine Wunder in Puncto Sehenswürdigkeiten erwarten.
Eine grüne Oase ist immerhin der Stadtpark östlich des Zentrums.
Ein rührendes Bild geben diese drei blinden Musiker_innen ab, bei denen jeder mit seinen Mitteln zum akustischen Gesamtkunstwerk beiträgt.
Das war unsere Mittelamerika-Reise. Für Tilia und uns war es eine unbeschreiblich tolle Zeit und wir sind dankbar, dass wir froh, munter und gesund in den Flieger einsteigen und diesen zumindest froh und gesund in Frankfurt wieder verlassen.
The End
Mittelamerika-Reise, 10.03.-09.05.2013
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