Der Park beginnt auf über 1000 Meter und liegt an der Wasserscheide zwischen Karibik und Pazifik. Warme, feuchte Luft formt sich an den feuchten Hängen zu Wolken und lässt den immergrünen Wald üppig sprießen. Am Grat angelangt, umschmeichelten uns nasse Wolken, die riesigen Würgefeigen kämmen mit ihrem Blätterdach die Feuchtigkeit aus der Luft. Herrlich!
Auf dem Weg durch den feucht-kühlen Regenwald begegneten wir winzigen Kolibris und lustigen Affen, aber am beeindruckendsten war die Vegetation, die hier dank der Feuchtigkeit in jedem erdenklichen Winkel gedeiht. Auf einer alten Würgefeige können bis in eine Höhe von vierzig Metern über fünf dutzend verschiedene Pflanzenarten leben- ohne jemals Kontakt zum Boden zu haben. Alles was sie zum Leben brauchen, kommt aus herabfallenden, verrottenden Blättern und der feuchten Luft.
Ein besonderes Erlebnis, welches uns doch sehr zu denken gab, war der Besuch eines Fledermaus-Jungles. Dort lebten rund 100 fliegende Säugetiere, die wir aus nächster Nähe betrachten können. Die Einrichtung hat sich zum Ziel gesetzt, diese bedrohten und unglaublich wichtigen Tiere zu erhalten, indem sie das Wissen um ihre Bedeutung verbreitet. Dazu möchten wir an dieser Stelle beitragen.
Fledermäuse sind häufiger, als wir denken. Allein in Deutschland leben fast 30 verschiedene Arten, die sich alle von Insekten ernähren. Jede Fledermaus frisst in einer Nacht ca. 10000 Insekten- alle drei Sekunden eine Mücke oder ein Käferlein! Praktisch, oder?! Die Fledermaus kann ein einzelnes menschliches Haar in der Luft orten! Leider zerschneiden Autobahnen und Städte ihren Lebensraum, doch wenn man mit einem "Bat House" (Fledermauskasten) nicht nur Vögeln, sondern auch den säugenden Flugtieren ein Heim gibt, dann besteht die Chance, diese tollen und unglaublich nützlichen Tiere zu bewahren.
Übrigens wäre es von Mutter Natur her normal, dass es mehr Fledermäuse als Vögel gibt... leider entspricht das heutzutage nicht mehr der Realität.

Juli auf Canopy-Tour: der größte Hochseilgarten Mittelamerikas mit einem 1500m langen Kabel. =)


Eine grüne Viper- aber noch zu klein, um ins Bein zu beißen...
Auf Höhe der Baumkronen finden sich dutzende Gewächse, die von Licht und Feuchtigkeit leben.

Suchbild: wo ist die Stabheuschrecke?!
Ein goldener Käfer! ...zu schade für den Tresor!
Hier in den höheren Lagen leben nur noch wenige kleine Reptilien- wie dieses winzige, gerade mal 3cm lange Exemplar.

In den Nebelwäldern gibt es drei verschiedene Arten von Fledermäusen: Solche, die sich von Nektar ernähren, dann gibt es früchte-fressende Zeitgenossen und zuletzt gibt es die insektenfressenden Flugakrobaten.
Nur letztere Art findet man bei uns in Mitteleuropa. Sie zu schützen heißt, dem Gleichgewicht der Natur wieder etwas näher zu kommen- uns sich selbst einen Gefallen zu tun. Jede der 10000 Mücken, die jeder Flughund pro Nacht frisst, kann einen selbst nicht mehr stechen.
Bio-Bauern, die auf Insektizide verzichten (und damit das Leben der Fledermäuse in diesem Gebiet überhaupt erst wieder ermöglichen), berichten von einer erstaunlich geringen Insektenbelastung, wenn sie im Umkreis der Felder einige Fledermauskästen aufstellen. So spielen Fledermäuse neben den Bienen eine große Rolle für unsere Ernährung.
Im Schmetterlingsgarten gab es auch andere Krabbeltiere zu sehen- wie diesen dicken Käfer, der ganz entspannt ein Stück Zuckerrohr vernascht.
Vor Hunden und Katzen hat Tilia noch großen Respekt- bei einer Schabe hat sie allerdings keine Berührungsängste.
Andere Schmetterlinge haben sich eher auf Tarnung spezialisiert...
...während dieser Kollege einfach nur "Blau" ist. Im besten Sinne des Wortes- denn er ernährt sich am liebsten von fermentierten Früchten, was er mit einer der kürzesten Lebenserwartungen im Reis der Schmetterlinge bezahlen muss. =)








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