Mit großen Schritten streben wir unserer Trauminsel entgegen. Wie wir das paradiesische Karibikinselchen erleben, verraten die folgenen Ausführungen in Wort und Bild. =)

Die Perle von Insel liegt 80km vor der nicaraguanischen Festlandküste- und ist folglich nicht ganz einfach zu erreichen. Außer man entscheidet sich für einen 100$ teuren Flug mit einer Propellermaschine von der Hauptstadt Managua.
Wir entscheiden uns für den günstigen Trip mit der "Rio Escondido". Das Schiffchen hat etwa so viele Lack-Anstriche in seinem langen Leben bekommen, wie es knausrige Touris und Einheimische transportieren kann... Bei der Fahrt durch die geschützte Lagune vor Bluefields begegnen uns Schiffe in noch schlechterem Zustand. In der nahegelegenen, verrottenden Fischfabrik gingen schon vor Jahrzehnten die Lichter aus, und damit sank der Bedarf an Fischerbooten rapide. Für die Meerestiere eine Win-Win-Situation: Sie werden nicht mehr gefangen sondern können sich sogar in den Wracks ihrer einstigen Jäger tummeln und verstecken.
Nachdem wir fünf Stunden mit der Seekrankheit gekämpft haben, erreichen wir endlich den rettenden festen Boden von Big Corn Island. Wir sind nun 400km bzw. insgesamt 7 Schiffs- und 6 Busstunden bzw. eine Flugstunde bzw. eine gefühlte Ewigkeit von der Hauptstadt Managua entfernt...
Bevor wir das Speedboat "Caribbean Express" mit der Power eines Porsches besteigen, nutzen wir die letzte Chance, um unsere Bargeldreserven aufzufüllen. Im Gegensatz zu unserem Ziel gibt es auf Big Corn Island einen Geldautomaten, der immer dann funktioniert, wenn der Dieselgenerator der Insel läuft...
Was die Sicherheit der Überfahrt anbelangt, sind wir zuversichtlich. Im Gegensatz zu den Bussen wurde das Motorboot nur mit einer Handvoll Insulanern überladen. Dann heißt es Leinen Los und Hebel auf den Tisch- wir fliegen über die Wellen und sind im Handumdrehen auf Little Corn Island! Der Trip erinnert allerdings mehr an eine Achterbahn- als an eine Bootsfahrt.
Endlich- pünktlich zu Tilias erstem Geburtstag beziehen wir unsere bescheidene Bretterbude am Strand. Hier zählt nicht das Interieur, sondern das Strandambiente. Auch wenn der Anstrich der Hütte an Skandinavien erinnert, so holt uns das Palmendach sofort wieder zurück in die wundervolle Realität: wir sind in der Karibik!
Unsere Trauminsel ist kaum größer als der Dresdner Große Garten. Es gibt weder Autos noch Straßen- das macht es noch reizvoller, die fast vollständig von weißen Korallenstränden umgebene Insel fußläufig zu erkunden

Unsere romantischsten Fantasien von karibischem Traumparadies wurden weit übertroffen: Von unserer Strandhütte blicken wir hinaus auf das kristallklare Wasser. In der Ferne brechen sich die Wellen am vorgelagerten Korallenriff. Kokospalmen rauschen im Wind, Körper und Seele baumeln in der Hängematte und denken: Verweile doch, du bist so schön!
Die immerhin 500 Frauen und Männer, Mädchen und Jungs starke einheimische Bevölkerung wird zum Glück noch nicht zahlenmäßig von den Touristen übertroffen. Alle sind freundlich und Lachen- mit gutem Grund: Dieses kleine Paradies, dieses fragile Ökosystem ist schon seit langem im Fokus von altruistischen Gringos mit Helfersyndrom. Dabei sind einige gute Dinge herausgekommen:
Um dem Müll Herr zu werden, gibt es an vielen Stellen der Insel getrennte Sammelcontainer.
Ausserdem wird an jeder Ecke gefiltertes "Aqua purificada" angeboten, womit man seine zerbeulte, noch auf dem Festland gekaufte Plasteflasche auffüllen kann. Das spart mächtig Müll- und Geld!
Auf dem Bild ist eine Art Maibaum zu sehen, der von Freiwilligen aus unschönem Strandgut gebastelt wurde, um auf die Müllproblematik in den Ozeanen aufmerksam zu machen.
Auch alte Glasflaschen finden Verwendung. Für diesen Kiosk beispielsweise haben die Insulaner sehr viel trinken müssen...
Wer in Puncto Verbesserungsmaßnamen zur Verkleinerung des ökologischen Fußabdruckes der Insel den Jackpot knacken möchte, der kann sich einen großen Windgenerator zum Ziel setzen, der den morschen Dieselgenerator ersetzt. Dieser läuft planmäßig von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr früh. Vorausgesetzt es ist genug Diesel vorhanden und der zuständige Betriebsleiter ist weder auf Reisen noch betrunken...
Bei unserem Inselspaziergang begegnen wir leider auch einem kleinen Buschfeuer, welches wir jedoch schnellen Schrittes in Fakir-Manier überqueren. ...hmm, OK, ein Fakir hat keine Teva-Sandalen an, wenn er über heiße Kohlen geht...
Wild wachsende Ananas machen das Karibik-Glück perfekt. Die Frucht im Bilde muss allerdings noch ein Jahr reifen. Die bekommt Tilia vielleicht zum 2. Geburtstag. =)
Von einigen steinigen Passagen abgesehen kann man die Insel vollständig am Strand umrunden... Traumhaft!
Tilia verfolgt aufmerksam, wie am Palmenstrand eine frisch geerntete Kokosnuss mit einem Schweizer Taschenmesser geöffnet wird.
Ob Essen oder Trinken: Bei diesem Ambiente ist eine Kokosnuss ein Hochgenuss.
Unglaublich, aber Wahr: Auch im Paradies wird gearbeitet. Eine neue Beach-Hütte ist im Entstehen. Das Dach aus verflochtenen Palmenwedeln hält bis zu 15 Jahren. Das schafft kaum ein rostiges Wellblech.
Auf dem Bild ist außerdem schon die abenteuerliche Verkabelung der Beleuchtung zu sehen- die mitnichten provisorisch ist, sondern die entgültige Lösung. Verkabelung in unserem Zimmer war noch verrückter: Zwei lose gefühte Klingeldrähte, alle einem Meter mit Isoband stiefmütterlich geflickt, schlängelten sich zur Deckenlampe. Durch die immerfeuchte salzige Luft gab es hier und da Kriechströme. So kam es oft vor, dass es beim Aufhängen der nassen Badeklamotten etwas in den Fingern kribbelte... Aber zum Glück ist der nordamerikanische Kontinent nur mit schlappen 110V verkabelt. Das macht ein junges Herz gut mit!
Bei badewannenwarmem Wasser hat Tilia lange Spaß am baden.
Um da Maß an Karibikfeeling vollzumachen, gibt es abends beim Lagerfeuer am Strand nichts geringeres als frisch gefangenen Hummer. Für 6 $ ein bezahlbares Stück Luxus.
Rock'N'Roll meets karibische Rhythmen: Eine angenehm warme Briese weht vom Meer herüber, in der Ferne leuchtet die mondbeschienene Riffbrandung, Tilia träumt einen süßen Traum im Liegestuhl und wir genießen die surreal schöne Lagerfeuerromantik.
... Die Impressionen von Strand und Meer sagen mehr als tausend Worte...
Wie erschafft man eine Allee aus Kokospalmen? Man lege viiiele Kokosnüsse in eine Reihe, halte die Temperatur zwischen 25 und 35°C und warte ein paar Jahre- vorzugsweise am (hoffentlich nahegelegenen) Strand.
Da wir den Sonnenaufgang um 5:30 auf unserer Inselseite allzuoft verpassen, machen wir uns auf, den Sonnenuntergang auf der Westseite zu genießen.
Little Corn Island hat oberhalb des Meeresspiegels unglaublich viel zu bieten. Aber auch unter Wasser geht die Wunderwelt weiter: Zusammen mit meinem englischen Tauchlehrer Gerreth erkunde ich die Riffs, die die Inseln vor allzu großen Wellen schützen. Neben der Vielfalt der Meereslebewesen und der fantastischen Korallenformationen ist es ein tolles Gefühl, sich schwerelos und dreidimensional bewegen zu können.
Gerreth ist ein Mensch mit wahrhaft britischem schwarzen Humor. Als passionierter Taucher bedankt er sich bei mir, dass die Wehrmacht im roten Meer ein fantastisches Tauch-Wrack geschaffen hat, als sie im 2. Weltkrieg eine britische Fregatte versenkte. Da kann ich nur sagen: Gern geschehen! ... aber ungern wieder.
Auch der schönste Traum geht einmal vorbei. Nach einer Woche Sommer-Palmen-Sonnenschein machen wir uns voller wunderbarer Erinnerungen wieder in Richtung Festland auf. Tief durchatmen. Wow! Der Insel müssen wir den Rücken kehren, doch die Reise geht weiter.
Einfach traumhaft.... Ich denk an Euch!
AntwortenLöschenHey ihr Inselmenschen, das sieht ja wirklich grandios aus bei Euch!!!
AntwortenLöschenLiebe Grüße aus DD, auch hier scheint endlich endlich die Sonne. Aber Strand, Meer und Palmen sucht man hier vergebens. Lasst es Euch weiter richtig gut gehen :-)
Hey ihr Lieben, ich grüße euch aus dem 0stkongo. Ganz anders, aber auch schön. Wir sehen uns im Sommer in Dresden!
AntwortenLöschenHallo ihr drei,
AntwortenLöschenihr habt in mir einen weiteren treuen Leser eures Blogs gewonnen.
Eure Reiseetappen sehen wunderbar aus und ich lese gebannt die Texte und bewundere die Bilder. Sehr gut gemacht!
Lasst es euch weiterhin gut gehen.
Bis auf Weiteres. LG Verena