Samstag, 23. März 2013

Tag 11-13: Volcano Rincón de la Vieja - zwischen Feuer und Wasser

Dieser Teil der Reise führt uns weiter in den zunehmend trockenen Norden. Der spannende Nationalpark mit dem Volcano Rincón stand auf dem Programm!




Maria leistet uns beim Warten an der Haltestelle Gesellschaft. Sie besuchte zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Kind Juan Verwandte in Monteverde- ohne allerdings je im Nationalpark gewesen zu sein. Wir lassen den 1. Bus ("Directo") dahinfahren, um mit dem 1h später kommenden Bus ganze 2$ zu sparen. Zeit scheint hier anders bewertet zu werden als bei unsereins. Im Bus kaufen sie dann allerdings ohne mit der Wimper zu zucken ein paar überteuerte Snacks. Nein, nicht der Sparfuchs führt hier Regie, sondern vielmehr die sympathische Eigenschaft, auch mal dem Gefühl zu folgen. Wenn man auf etwas Lust hat, dann wird nicht verkopft abgewogen, bis der ursprüngliche Reiz verpufft ist, sondern man genießt das Heute!

Maria und ihre Mutter arrangieren für uns einen abenteuerlichen Privat-Transport ins abgelegene Dorf "Curubandé". Es ist längst dunkel, als Juli und ich im Pickup einen Platz nehmen. Ich genieße die rauschende Fahrt auf der Ladefläche und lasse Wolken und Sterne an mir vorbeifliegen.
In der Dunkelheit schlagen wir auf dem "Campground" zweier reizender ausgewanderter Holländer zum ersten und letzten Mal das Zeit auf. Denn schon am zweiten Tag verabschiedet sich ein Glasfasergestängebogen. Damit ist klar: Wir lassen das schwere Zelt hier und reisen wie geplant von nunan mit leichterem Gepäck. Juhuuu!



Nach der Reise schieben wir bei brütender Hitze in der ausgedörrten Tiefebene im Lee der Cordillera de Guanacaste einen Pausentag ein. Die einzige Lebensader ist der Rio Blanco. An ihm finden wir die lang ersehnte Abkühlung.



Kaum zu glauben, dass dieser kleine Fluss solche Kraft entwickelt! Es war mir kaum möglich, gegen die Strömung an diese herrliche Massagestelle zu gelangen. Jeden Moment drohte einen die reißende Kraft wegzuspülen...


Am liebsten spielt Tilia mit den Dingen der Erwachsenen und mit Essen- aber auf keinen Fall mit Spielzeug... wie langweilig!






Am nächsten Tag geht es per Tramp hinauf zum Nationalpark. Trotz der Hohe von rund 1000m brennt die Sonne heiß. Nur die Vormittagsstunden gestatten uns, einigermaßen entspannt die schattenlosen Passagen zu erwandern. Tilia ist immer gut vor der Sonne bewahrt: Mit Sonnencreme und Schirm konnten wir bislang jeden Anflug von Sonnenbrand verhindern- bei ihr wie bei uns.

In diesem kochenden Schlammloch muss das Baden nicht expilizit untersagt werden. Wer hier schwimmen geht, dem wird sich der Vulkan in die Erinnerung einbrennen.


Rauchende Schlote und dampfige Schwefelschawaden wo man hinguckt: Oft werden wir von feucht-heißen Dämfen umweht.

Nur wenige Gewässer im Park laden ein zu einem erfrischenden Fußbad.

Ein toller Kontrast bietet der (nicht ganz so neblige) Feuchtwald in den höheren Lagen des Parks.


Kochende Schwefelpools und rauchende Erdlöcher: fast wie der Vorhof zum Fegefeuer. Der Vulkan ruft überall eindrucksvoll in Erinnerung, dass er sehr aktiv ist. Der steinige und heiße (weil ausgesetzte und wenig schattige) Pfad zum Kraterrand ist zur Zeit wegen erhöhter Aktivität gesperrt. Im Falle einer Eruption hat der überraschte Besucher die Wahl zwischen zwei Strategien:
1. den fliegenden Gesteinsbrocken ausweichen
2. so schnell wie möglich vom Ort des Geschehens entfernen.
Die ortsundigen Führer empfehlen eine Kombination aus beidem. =)




Mit diesen eindrucksvollen Erinnerungen verabschieden wir uns vorerst von Costa Rica und reisen weiter gen Norden. Der nächste Beitrag wird schon aus dem herzlichen Nachbarland kommen!

4 Kommentare:

  1. Bei den Überlebensstrategien fehlt noch: fliegenden Stein fangen und mit nach Hause nehmen!
    Danke für die tollen Bilder und den erfrischenden Bericht, genießt die Naturmassagen und gebt Versuchungen nach - wer weiß, ob sie wieder kommen ;)

    AntwortenLöschen
  2. Während ihr euch (halb)nackt in der Sonne aalt, fröstel ich mit Blick auf Schnee in unserem Vorgarten. Wir vermissen alle euer sonniges Gemüt, das mittlerweile bestimmt noch heller strahlt. Ich wünsch euch maximalen Genuss auf eurer Reise!
    Käme man auch ohne Sprachverständnis für lateinamerikanisches Vokabular zurecht? Ist für Einheimische die Natur auch ein so großer Reiz, wie für euch?

    AntwortenLöschen
  3. Ihr Lieben!
    Das sieht so spannend und toll aus, was Ihr da erlebt!!!
    Habt weiterhin ganz viel Spass, passt auf Euch auf und küsst meine Lieblingsnichte von mir!
    Aus dem immer noch eiskalten Dresden küsst Euch
    SUSI
    natürlich mit Lars und Larson

    AntwortenLöschen
  4. Wow sogar mit einheimischen Tieren auf den Fotos, cool. Ich dachte die einäugige Hosenschlange ist vom Aussterben bedroht und wird nur noch ganz selten erblickt. Schön das euch dieser Schnappschuss gelungen ist :P

    LG J&K

    AntwortenLöschen